Overather Tafel

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Gut zu wissen IV – Wir Verschwender

by Bernd Vorländer / 16 Juni 2026 / Published in Startseite

16.06.2026 ● Wir schreiben das Jahr 2026 und wir leben immer noch in einer Überflussgesellschaft. Dieser Satz gehört ganz bewusst an den Anfang dieses Artikels. Klimakrise, demographische Entwicklung mit ihren Folgen für unsere Sozialsysteme, eine Wirtschaft, die mit inneren und äußeren Problemen zu kämpfen hat – das sind alles Entwicklungen, die uns sorgen. Doch die Versorgung der Bürger mit Lebensmitteln, mit allem, was unser Auge und unseren Gaumen verwöhnt, läuft problemlos. Oder doch nicht?

Fakt ist: Der Preisschub der vergangenen Jahre hat auch vor dem Supermarkt um die Ecke nicht Halt gemacht. Nahezu alles, was wir gerne essen und trinken ist teurer geworden. Und es gibt eine weitere Entwicklung, die uns allen zu denken geben sollte. Weltweit gehen nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verloren. In Deutschland sind es immer noch 10,8 Millionen Tonnen. Zur Veranschaulichung: Das ist eine Schlange von Sattelschleppern, die von Norddeutschland nach Lissabon und wieder zurück reicht. Eine Zahl, die unglaublich klingt. Es wird aber noch abenteuerlicher. Als erstes weisen wir jetzt mit dem Zeigefinger auf die Produzenten der Lebensmittel oder den Handel. Dort, so glauben wir, werden doch wohl die größten Verschwender sitzen. Weit gefehlt, denn beim Lebensmittelhandwerk (2 Prozent) und dem Handel (7 Prozent) wird nur wenig Ausschuss produziert.

Der Großteil der Lebensmittelabfälle entsteht mit 58 Prozent (6,3 Millionen Tonnen) in privaten Haushalten. Jeder Verbraucher und jede Verbraucherin wirft demnach 74,5 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg. Ja, Sie haben richtig gelesen, das ist kein Schreibfehler. Hierbei machen weggeworfenes Obst und Gemüse über ein Drittel der Verschwendung aus, am zweithäufigsten landen zubereitete Speisen im Müll, gefolgt von Brot und Backwaren. Wir selbst sind also die größten Verschwender.

Lebensmittel landen in der Tonne, wenn wir zu viel einkaufen, Produkte falsch lagern oder die Reste nicht verwerten. Das hat weitreichende Folgen für uns und unsere Umwelt. Weil es für uns in der Regel Lebensmittel im Überfluss gibt, sie immer und überall verfügbar sind, erkennen wir nicht mehr, wie viel Arbeit und Ressourcen darin stecken; unsere Wertschätzung sinkt unbewusst. Wenn wir Lebensmittel wegwerfen, verschwenden wir zudem auch wertvollen Ackerboden, Wasser und Dünger, Energie für Ernte, Verarbeitung und Transport. Und bei der Entsorgung benötigen wir sogar erneut Energie. Hinzu kommt: Bei der Produktion von Lebensmitteln werden außerdem Treibhausgase wie CO2 freigesetzt – völlig umsonst, wenn die Lebensmittel dann weggeworfen werden.

Was ist also zu tun? Ziel für uns als Verbraucher sollte es sein, langfristig das Verhalten im Alltag zu verändern, nämlich bedarfsgerecht einzukaufen und zuzubereiten, Lebensmittel richtig zu lagern und unsere Lebensmittel restlos zu verwerten. Und wir sollten uns immer vor Augen halten: Das Datum auf den Lebensmitteln ist kein Ablaufdatum, sondern ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Auch noch Tage und Wochen später können sehr viele Lebensmittel gefahrlos gegessen und verwendet werden. Industrie und Handel sollten (müssten) die gesetzlichen Möglichkeiten erhalten, Waren mit Beschädigungen oder Überproduktionen einfacher – etwa an die Tafeln – abgeben zu können.

Doch – in erster Linie müssen wir Verbraucher selbst unser Verhalten ändern.

 

 

Kontakt zur Overather Tafel

Die Overather Tafel ist ein eingetragener Verein, gemeinnützig und mildtätig, Mitglied im Bundesverband Tafel Deutschland e. V., Schirmherr ist der Bürgermeister der Stadt Overath

Telefon: 02206 – 85 29 626
E-Mail: info@overather-tafel.de
Tafel-Haus, Dr. Ringens-Straße 1, 51491 Overath

Ausgabe

Bei der „Overather Tafel“ werden unverkaufte, gute Lebensmittel aus Supermärkten, Bäckereien usw. an Menschen aus unserer Heimatstadt verteilt. Einkaufen können bei uns Hartz4-Empfänger, Erwerbslose, Rentner, Asylbewerber, Menschen mit geringem Einkommen, die eine Bescheinigung vom Sozialamt oder Jobcenter mitbringen und dann einen Tafel-Ausweis erhalten. Als symbolischer Betrag wird pro Haushalt (oder Ausweis) 1 Euro für jede Ausgabe entrichtet.

Ausgabeort: Tafel-Haus, Dr. Ringens-Straße 1, 51491 Overath

Ausgabezeit: Pro Haushalt einmal wöchentlich, entweder mittwochs oder freitags, jeweils von 11 bis 13 Uhr

Tafel-Haus, Dr. Ringens-Straße 1
51491 Overath

02206-8529626

info@overather-tafel.de

© 2022 - Overather Tafel e.v.

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